Erwin J. Franz

A Tribute to Peter

In Chronik am 4. Dezember 2011 um 13:25

Am Sonntag, dem 13. November 2011 verunglückte Peter Hütmannsberger beim Bergsteigen. Tags darauf erreichte mich die Nachricht von seinem schrecklichen Unfall, am selben Abend sprach Renée Schroeder im Linzer Kepler Salon über die Suche nach dem Ursprung des Lebens: Auf die Publikumsfrage zu ihrer Meinung als Biochemikerin zum Tod antwortete sie: „Der Tod bedeutet: Der Zerfall der Ordnung.“

Briefbogen und Folder für Peter HütmannsbergerPeter lernte ich 1998 kennen: Ich arbeitete gerade mit den Regisseuren Joachim Rathke und Henry Mason an der Logoentwicklung für das Theaterspectacel Wilhering und die Werbemittel für die Aufführung der Händel-Oper „Agrippina“ von Opera da Camera. Peter war mit seiner ganzen Leidenschaft fürs Theater dabei, um die Inszenierung ins rechte Licht zu rücken. Im folgenden Frühjahr kam Peter auf mich zu und bestellte ein Firmenlogo und Geschäftsdrucksorten für seine Geigenbauwerkstätte. Bei einem Besuch in seiner Werkstatt am Linzer Hauptplatz erhielt ich damals einen ersten Eindruck davon, mit wieviel Feingefühl, Begeisterung und Sinnlichkeit er hier an seinen historischen Streichinstrumenten arbeitete. Seine Gamben und Barockviolinen baute er in den Traditionen der alten Meister Englands und der deutschen Schule; sie werden weltweit von vielen international renommierten Künstlerinnen und Künstlern gespielt. Seine Kunden kommen aus den USA ebenso wie aus Japan und Australien, womit wiederum das Logo für Peter Hütmannsberger bislang das global am weitesten verbreiteste meiner Werke ist.

Doch Peter war weit mehr für mich, als ein Kunde: Ihm verdanke ich die Domain „zaubertal.at“, aus der im Jahr 2005 der Name meiner Werbeagentur entstanden ist. Auf seinem Server stellte er mir um die Jahrhundertwende meinen ersten eigenen Webspace zur Verfügung; er unterstützte meine damaligen Website-Designexperimente mit seinem technischen Know-how und ermöglichte mir dadurch auch beruflich den Einstieg in die Welt des Internets. Am meisten allerdings vermisse ich Peter als Mensch und Freund, der mir unter anderem darin Vorbild war und ist, wie ehrlich man sich für jemanden freuen kann. Das Vakuum, das sein Tod in meiner Ordnung hinterlässt, wird wohl noch lange bestehen …

Gut gebaut in Linz

In Chronik am 4. November 2011 um 8:41

Mit eindrucksvollen Bildern von der Landeshauptstadt und spannenden Hintergrundfakten präsentierte Tourismusdirektor Georg Steiner gestern bei der Tourismuskonferenz in der voestalpine Stahlwelt den Themenschwerpunkt im kommenden Jahr: Für 2012 präsentierte er Linz als „Hotspot für Architektur und Technik“.

150 Jahre nach der Grundsteinlegung für den Linzer Dom – der größten Kirche Österreichs – zeigt sich die Stadt auch architektonisch stark verändert: Kulturbauten wie Brucknerhaus, Lentos, Ars Electronica Center oder der Südflügel des Linzer Schlosses, Bauten für Tourismus und Freizeit wie das Hotel am Domplatz oder Hummelhofbad und Eissporthalle aber auch Gebäude für Industrie, Wirtschaft, Forschung und Bildung wie Tabakfabrik, Power Tower und Science Park der Johannes Kepler Universität prägen das Stadtbild des modernen Linz. Und die Veränderung geht weiter: Mitten im Zentrum wird mit dem Bau des neuen Musiktheater erneut Architekturgeschichte geschrieben.

Besucherinnen und Besuchern sollen bei speziellen „Architektouren“, die auf der Website des Architekturforum selbst zusammengestellt werden können, die baulichen Highlights der Donaumetropole näher gebracht werden. Der Faszination von Design und Technik widmet sich eine Ausstellung, die von 5. Juni bis 25. November 2012 in der Linzer Tabakfabrik zu sehen sein wird: „PORSCHE: Mythos, Design, Innovation“ zeigt, wie aus einem Auto eines der begehrtesten Designobjekte der Welt wurde. Für 2012 ist also für ein reichhaltiges Programm gesorgt, das dazu einlädt, auch mal länger als nur für einen Tag in Linz zu Gast zu sein: Vom hohen Designanspruch der Linzer Hotels konnten sich Bibiane Hromas und ihr Team der Plattform für Architektur im Tourismus bereits bei einer Exkursion überzeugen. Ihr Motto „Architektur macht Gäste“ könnte also im kommenden Jahr auch für Linz touristischen Erfolg bringen.

Aktuelle Informationen und Termine im Blog der Linz Tourismus: LINZ.VERÄNDERT,

Eine Visitenkarte im Normalformat, bitte!

In Hintergrund am 14. Oktober 2011 um 16:13

Gleich vorweg: Es gibt keine Normvorschriften für das Format von Visitenkarten. Die internationale Norm ISO 7810 regelt das ID-1-Format, das unter anderem für Kreditkarten, Führerscheine und Personalausweise verwendet wird.

Gerundet auf 85 x 55 Millimeter setzt sich dieses Format jedoch zunehmend bei der Gestaltung von Visitenkarten durch und wird mitunter schon als „Standardformat“ bezeichnet. Hier stellt sich mir die Frage nach der „normativen Kraft des Faktischen“ (frei nach Georg Jellinek): Nur weil anscheinend eine Mehrheit dieses Format für Visitenkarten nutzt kann daraus keine Regel für alle geschaffen werden. Visitenkarten sollen die Persönlichkeit desjenigen/derjenigen zum Ausdruck bringen, der/die sie verteilt bzw. die Corporate Identity des Unternehmens transportieren, das er/sie repräsentiert. Durch Format, Material, Typografie und Farbe sollen sie die Individualität der Person bzw. der Marke widerspiegeln anstatt in jedes Geldbörsel – dort haben Visitenkarten ohnehin nichts verloren – oder in eine Einsteckhülle passen zu müssen.

In vielen Ländern der Erde gelten eigene Regeln für das korrekte Verteilen von Visitenkarten. Auch sind in verschiedenen Kulturkreisen unterschiedliche Formate üblich. Ich habe mir einmal angesehen, wie sich die Verwendung der gebräuchlichsten Formate auf unserem Globus verteilt. Für weitere Hinweise, die dazu beitragen, die noch grauen Flecken auf der Landkarte zu füllen, bin ich dankbar.

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.

Join 52 other followers