Am Sonntag, dem 13. November 2011 verunglückte Peter Hütmannsberger beim Bergsteigen. Tags darauf erreichte mich die Nachricht von seinem schrecklichen Unfall, am selben Abend sprach Renée Schroeder im Linzer Kepler Salon über die Suche nach dem Ursprung des Lebens: Auf die Publikumsfrage zu ihrer Meinung als Biochemikerin zum Tod antwortete sie: „Der Tod bedeutet: Der Zerfall der Ordnung.“
Peter lernte ich 1998 kennen: Ich arbeitete gerade mit den Regisseuren Joachim Rathke und Henry Mason an der Logoentwicklung für das Theaterspectacel Wilhering und die Werbemittel für die Aufführung der Händel-Oper „Agrippina“ von Opera da Camera. Peter war mit seiner ganzen Leidenschaft fürs Theater dabei, um die Inszenierung ins rechte Licht zu rücken. Im folgenden Frühjahr kam Peter auf mich zu und bestellte ein Firmenlogo und Geschäftsdrucksorten für seine Geigenbauwerkstätte. Bei einem Besuch in seiner Werkstatt am Linzer Hauptplatz erhielt ich damals einen ersten Eindruck davon, mit wieviel Feingefühl, Begeisterung und Sinnlichkeit er hier an seinen historischen Streichinstrumenten arbeitete. Seine Gamben und Barockviolinen baute er in den Traditionen der alten Meister Englands und der deutschen Schule; sie werden weltweit von vielen international renommierten Künstlerinnen und Künstlern gespielt. Seine Kunden kommen aus den USA ebenso wie aus Japan und Australien, womit wiederum das Logo für Peter Hütmannsberger bislang das global am weitesten verbreiteste meiner Werke ist.
Doch Peter war weit mehr für mich, als ein Kunde: Ihm verdanke ich die Domain „zaubertal.at“, aus der im Jahr 2005 der Name meiner Werbeagentur entstanden ist. Auf seinem Server stellte er mir um die Jahrhundertwende meinen ersten eigenen Webspace zur Verfügung; er unterstützte meine damaligen Website-Designexperimente mit seinem technischen Know-how und ermöglichte mir dadurch auch beruflich den Einstieg in die Welt des Internets. Am meisten allerdings vermisse ich Peter als Mensch und Freund, der mir unter anderem darin Vorbild war und ist, wie ehrlich man sich für jemanden freuen kann. Das Vakuum, das sein Tod in meiner Ordnung hinterlässt, wird wohl noch lange bestehen …

