Gleich vorweg: Es gibt keine Normvorschriften für das Format von Visitenkarten. Die internationale Norm ISO 7810 regelt das ID-1-Format, das unter anderem für Kreditkarten, Führerscheine und Personalausweise verwendet wird.
Gerundet auf 85 x 55 Millimeter setzt sich dieses Format jedoch zunehmend bei der Gestaltung von Visitenkarten durch und wird mitunter schon als “Standardformat” bezeichnet. Hier stellt sich mir die Frage nach der “normativen Kraft des Faktischen” (frei nach Georg Jellinek): Nur weil anscheinend eine Mehrheit dieses Format für Visitenkarten nutzt kann daraus keine Regel für alle geschaffen werden. Visitenkarten sollen die Persönlichkeit desjenigen/derjenigen zum Ausdruck bringen, der/die sie verteilt bzw. die Corporate Identity des Unternehmens transportieren, das er/sie repräsentiert. Durch Format, Material, Typografie und Farbe sollen sie die Individualität der Person bzw. der Marke widerspiegeln anstatt in jedes Geldbörsel – dort haben Visitenkarten ohnehin nichts verloren – oder in eine Einsteckhülle passen zu müssen.
In vielen Ländern der Erde gelten eigene Regeln für das korrekte Verteilen von Visitenkarten. Auch sind in verschiedenen Kulturkreisen unterschiedliche Formate üblich. Ich habe mir einmal angesehen, wie sich die Verwendung der gebräuchlichsten Formate auf unserem Globus verteilt. Für weitere Hinweise, die dazu beitragen, die noch grauen Flecken auf der Landkarte zu füllen, bin ich dankbar.